Ausbildung im Ärztehaus Zech
Akademische Lehrpraxis der Universität Ulm
Qualifizierter Nachwuchs ist heutzutage schwer zu bekommen, ist aber imminent wichtig, um eine nachhaltige Praxisstruktur zu gewährleisten und den Fortbestand der Praxis zu sichern.
Darum bilden wir medizinische Fachangestellte, Studierende und junge Ärzte aus.
Was bedeutet das für Sie als Patient?
Sie werden immer mal wieder ein neues Gesicht sehen. Praktikanten und Studierende werden dazu angehalten, sich vorzustellen. Fragen Sie nach, wenn dies nicht in ausreichendem Maße geschehen ist. Alle Mitarbeiter stehen selbstverständlich unter Schweigepflicht.
Studierende müssen lernen, wie man die Anamnese (die Patientengeschichte) erhebt. Darum schicke ich oftmals schon mal den oder die Studierende voraus, komme aber zumindest bei den Blockpraktikanten immer dazu. Die Studierenden im Praktischen Jahr müssen selbst entscheiden, ob sie ihren Patienten kompetent und eigenständig behandeln können. Sie sollen am Ende ihrer Untersuchung immer nachfragen, ob Sie noch die Ärztin sehen wollen. Bitte bestehen Sie darauf, wenn Sie sich nicht ausreichend betreut fühlen.
Wenn Ihr Anliegen zu persönlich ist, um es mit einer Auszubildenden zu teilen, dann geben Sie uns Bescheid.
Wie sieht die Ausbildung im Ärztehaus Zech aus?
Medizinische Fachangestellte (MFA)
Die Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten dauert 3 Jahre und findet dual in Zusammenarbeit mit der Berufsschule in Lindau statt. Auf den Schultern der Medizinischen Fachangestellten liegt die ambulante Versorgung. Ohne sie kann eine Praxis nicht funktionieren.
MFA ist ein hochspezialisierter Verwaltungsberuf mit Patientenkontakt und ein bisschen Arbeit im Labor oder in der Funktionsdiagnostik. Wer also gerne „ins Büro“ möchte, ist bei uns nicht unbedingt falsch. Darum sind ein Mittlerer Bildungsabschluss und gute Deutschkenntnisse erforderlich.
Eine MFA ist ein Multitalent: sie kennt die Vorschriften der kassenärztlichen Vereinigung, weiß, wie man korrekt abrechnet, muss dokumentieren, Bescheinigungen und Formulare ausstellen und die jeweiligen Fristen kennen. Sie muss erkennen, wenn Medikamente zu oft angefordert werden und bei welchen Medikamenten das gefährlich sein kann. Sie kann freundlich und kompetent telefonieren. Sie kann die Dringlichkeit der Patientenanfragen bewerten und die Termine entsprechend vergeben und ist verantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Sprechstunde.
Sie weiß, wie man EKGs anlegt und eine Lungenfunktion durchführt, sie kann die Präanalytik fürs Labor fertigmachen, Blut abnehmen, Urin untersuchen und die vielen komplexen Vorgaben vom Labor dabei beachten, außerdem Infusionen anlegen und Verbände wechseln.
Es gibt einen Tarif für Medizinische Fachangestellte, der diesem komplexen Beruf nicht gerecht wird. Da es ein absoluter Mangelberuf ist, kann hier allerdings gut verhandelt werden. Außerdem hat man meistens mehr als die üblichen 6 Wochen Urlaub und – zumindest in unserer Praxis – 3 Nachmittage frei. Manche Verwaltungstätigkeiten können auch im Homeoffice erledigt werden.
Es ist ein Beruf mit vielen Aufstiegsmöglichkeiten und Zusatzqualifikationen. Ich will hier nur einige nennen.
Als nichtärztliche Praxisassistentin führt die MFA selbständig Hausbesuche durch, macht die Sprechstunde bei den chronisch kranken Patienten, legt Infusionen an.
Als Praxismanagerin kümmert sie sich darum, dass die Praxis läuft, dass die Materialbestellung läuft, dass die IT korrekt eingestellt ist, dass die Sprechstunde richtig einbestellt wird, dass die Vorgaben des Qualitätsmanagements und der Hygiene eingehalten werden, hat den Überblick über Über- und Unterstunden der Kolleginnen und hat je nach Größe der Praxis eine verantwortungsvolle Führungsposition inne.
Als Wundmanagerin kümmert die MFA sich um chronisch verheilende Wunden, kennt die verschiedenen Wundauflagen und macht auch Hausbesuche, um die häusliche Wundversorgung sicherzustellen.
Als Abrechnungsmanagerin kennt sie alle Besonderheiten der Gebührenordnung für Ärzte (GoÄ) und des einheitlichen Bewertungsmaßstabs (EbM), behält die Abrechnung im Auge, checkt, dass alles richtig gemacht wird und zeigt der Chefin wie sie es machen muß.
Und schließlich gibt es auch noch die Aufbaustudien:
Die Fachwirtin geht eher auf die betriebswirtschaftliche Seite ein, kümmert sich um die Buchhaltung, das Management, die Löhne und den Jahresabschluß. In großen Praxen, wo sie zum Einsatz kommt, ist sie eine geachtete Führungskraft, die 30-50 Untergebene haben kann.
Als Physician Assistant ist man schon eine kleine Ärztin. In unserer Praxis soll ein Physician Assistant in einigen Jahren die Chronikerbetreuung selbständig übernehmen, die Hausbesuche und die Infektsprechstunde.
Ich verwende hier ausschließlich die weibliche Form, denn der Beruf ist zu fast 100% weiblich. Dafür gibt es aber eigentlich keinen Grund. Tatsächlich würden gemischte Teams dem Betriebsklima und auch der Patientenbetreuung nur guttun.
Blockpraktikanten Allgemeinmedizin
Das Blockpraktikum Allgemeinmedizin der Universität Ulm ist ein Pflichtabschnitt des Medizinstudiums und findet zwischen dem 7. und 10. Semester statt. Es dauert zwei Wochen.
In dieser Zeit sollen die Studierenden einen Einblick bekommen, was ein Hausarzt so leistet. Sie sind in einer Phase ihres Studiums, wo sie erst noch lernen müssen, wie man die Anamnese (die Krankengeschichte) erhebt und körperlich untersucht.
Aber es ist auch eine Phase, in der wir einen guten Eindruck machen wollen, damit die Allgemeinmedizin als Karriereziel interessant wird
Studierende im Praktischen Jahr (PJ)
Nach dem 10. Semester legen Medizinstudierende das 2. Staatsexamen ab. Darin zeigen sie, dass sie theoretisch alles wissen, was ein Arzt wissen muss. Um die praktische Ausbildung zu vervollständigen arbeiten Medizinstudierende im letzten Studienjahr Vollzeit im Fachbereich Innere Medizin, Chirurgie und in einem Wahlfach. Jeder Einsatz dauert 4 Monate.
Studierende, die bei uns ins Praktische Jahr kommen, sind zumindest grundsätzlich an der Allgemeinmedizin interessiert und wollen mehr über die hausärztliche Praxis wissen. Da sie so lange bei uns sind, arbeiten sie sich ein, stellen Kontakt zu den Patienten her und können manche Tätigkeiten bereits eigenverantwortlich durchführen. So setze ich sie gerne für Gesundheitschecks und in der Chronikerbetreuung ein. Sie stehen nicht unter Zeitdruck und sollen sich in aller Ruhe um Sie kümmern können.
Weiterbildungsassistenten
Weiterbildungsassistenten sind voll approbierte Ärzte. Sie haben das Medizinstudium vollständig absolviert und möchten in einer fünfjährigen beruflichen Ausbildung die Anerkennung als Facharzt/ Fachärztin für Allgemeinmedizin erhalten.
In unserer Praxis dürfen sie maximal 1,5 Jahre bleiben, die restliche Ausbildung muss an anderen Stellen erfolgen. Die meisten Ärzte beginnen ihre Laufbahn in einem Krankenhaus und haben oft schon einige Jahre gearbeitet, bevor sie bei uns anfangen.
Weiterbildungsassistenten haben ihre eigene Sprechstunde und betreuen eigenständig ihre Patienten. Ich überwache die Arbeit im Hintergrund und stehe für Fragen zur Verfügung.
Die Anerkennung als Facharzt/ Fachärztin für Allgemeinmedizin ist die Voraussetzung, um sich eines Tages in eigener Praxis niederlassen zu können.
Kontakt
Ärztehaus Zech
Immanuel-Kant-Str. 23
88131 Lindau
Tel.: 08382-79486
Fax: 08382-79274
Sprechzeiten
Mo-Fr 8-12.30 Uhr
Di 15-17 Uhr
Mi 16-18 Uhr
Bitte vereinbaren Sie stets einen Termin
